Banken lassen Anleger beim Thema ETF alleine
19. November 2008, Berlin
- Eine qualifizierte Beratung ist selbst auf Kundenwunsch die Ausnahme
- Nur 11 Prozent der Privatkunden kennen überhaupt
- ETFVerpackungsstrategien verteuern günstige ETF-Produkte
Exchange Traded Funds, abgekürzt ETF, sind im Filialvertrieb deutscher Banken nach wie vor die Ausnahme. Sie werden Kunden selbst auf deren besonderen Wunsch nur ungern empfohlen. Dies ist Ergebnis einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung MC4MS im Auftrag der quirin bank. Die Studie, die bei führenden Banken und Sparkassen in Deutschland durchgeführt wurde, ergab, dass es auch für die 11 Prozent der deutschen Anleger, die Exchange Traded Funds kennen, schwierig ist, sich wirklich fundiert beraten zu lassen. Herkömmliche Banken sind aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Provisionsvertrieb offensichtlich gezwungen, sich allein auf margenstarke Produkte zu fokussieren. ETFs sind hingegen einfach, kostengünstig und transparent und aufgrund ihres breiten Anlagespektrums für Privatanleger attraktiv.
In die Studie wurden alle bedeutenden privaten Geschäftsbanken sowie exemplarisch eine große Sparkasse und eine Volksbank einbezogen. In Finanzfragen aufgeklärte Akademiker vereinbarten hierzu einen Beratungstermin, um sich zur Anlageform ETF beraten und einen chancenorientierten Anlagevorschlag mit besonderer Präferenz für ETF unterbreiten zu lassen.
Herausgekommen ist, dass von 9 Banken vier Institute dem Thema ETF grundsätzlich ablehnend gegenüberstanden, fünf Institute waren zumindest offen für den Beratungswunsch nach ETF. Allerdings werden von diesen Häusern ETF im Rahmen einer Cross-Selling-Strategie oft als nur Einstiegsprodukt bzw. in begrenztem Umfang akzeptiert, um direkt oder später andere provisionsstärkere Produkte verkaufen zu können. Auch ETF-Verpackungsstrategien werden dabei gerne eingesetzt. Anstatt einer Einzelanlage in ETF werden diese dabei als Teil einer strukturierten Gesamtanlage angeboten, deren Gebühr dann so hoch ist wie bei aktiv gemanagten Fonds, teilweise sogar noch darüber.
Karl Matthäus Schmidt, Vorstandssprecher der quirin bank: „Deutschlands Anleger haben dringend Nachholbedarf in Sachen ETF. Während in den Vereinigten Staaten schon über 60 Prozent der Privatanleger kostengünstige ETF nutzen, sind es in Deutschland erst 10 Prozent. Das liegt auch daran, dass die meisten provisionsgetriebenen Bankvertriebe kein wirkliches Interesse haben, Privatanlegern ETF zu empfehlen “.
Bislang bietet die quirin bank als einzige Bank in Deutschland Anlegern pro-aktiv Exchange Traded Funds an. Dies ist deshalb möglich, weil das Institut nicht von Provisionen sondern von einem monatlichen Honorar und einer Erfolgsbeteiligung lebt.