Wie sichert die quirin bank Ihr Vermögen in der aktuellen Kapitalmarktsituation?
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Gegenwärtig sind die Kapitalmärkte in Panik. Neben dem Thema Schuldenproblematik spielt die Angst vor einem Abgleiten der Wirtschaft in eine Rezession die entscheidende Rolle. Christian Maria Kreuser, Vorstand des Privatkundengeschäfts der quirin bank, gibt Antworten auf die dringlichsten Fragen.
Seit Anfang August ticken die Uhren an den Finanzmärkten anders – speziell am Aktienmarkt haben wir es mittlerweile mit einem ausgewachsenen Börsencrash zu tun (im Leitindex DAX zum Beispiel mehr als 30 % Verlust in wenigen Wochen). Nachdem die globalen Aktienmärkte trotz der mannigfaltigen Belastungsfaktoren über Monate hinweg eine bemerkenswerte relative Stärke gezeigt hatten, kam es in den letzten Wochen zu erdrutschartigen Kursverlusten.
Einen konkreten Auslöser für die erratischen Kursbewegungen zu benennen, fällt schwer – maßgeblich dazu beigetragen haben wohl neben den zuletzt schwächeren Konjunkturdaten (und der somit aufkeimenden Angst vor einem erneuten Abgleiten in die Rezession) auch die unzureichend kommunizierten bzw. wenig konkreten Maßnahmen der Politik zur Bekämpfung der Staatsschuldenkrisen in Euroland und in den USA. Wenn man so will, ist weniger ein einzelnes Ereignis bzw. ein ganz bestimmter Belastungsfaktor der Auslöser für die aktuelle Misere als vielmehr das radikale Umdenken der Investoren, die plötzlich umgeschwenkt sind und mit einer deutlich erhöhten Risikoaversion zu Werke gehen.
In hypernervösen Zeiten wie diesen bewegt jede neue Meldung von der Staatsschuldenfront, jedes Konjunkturdatum (speziell aus den USA oder China) und nicht zu vergessen ein Sammelsurium von Marktgerüchten die Börsenkurse und der Aktienmarkt gleicht einem hektischen Basar.
Fakt ist, dass wir es analog zum Lehman-Kollaps mit einer erneuten Vertrauenskrise zu tun haben. Schlimmer noch als damals trifft der Vertrauensverlust der Investoren nicht nur die Bankenlandschaft, sondern diesmal auch viele Staatsschuldner, darunter einige etablierte Wirtschaftsnationen.
Das unterstreicht den Ernst der Lage ebenso wie die Tatsache, dass nicht mehr viele Pfeile im Köcher sind, um den Finanzmärkten die notwendige Stabilität zu verleihen. Die Staatskassen sind leer, dementsprechend sind weitere kostspielige Konjunkturprogramme nur schwer durchzusetzen. Zudem besitzen die Notenbanken aufgrund des extrem niedrigen Zinsniveaus kaum mehr die Möglichkeit, die Wirtschaft via weiterer Zinssenkungen zu stimulieren. Allenfalls die EZB hat hier noch ein wenig Spielraum.
In Anbetracht des bitteren Nachrichtencocktails und der gestiegenen Risikoaversion vieler Investoren hielt der Run auf vermeintlich sichere Häfen auch im Anleihen-Sektor an. Profiteure waren und sind hier an erster Stelle Bundesanleihen und amerikanische Staatstitel (trotz der jüngsten Ratingabstufung auf AA+), deren Renditen auf Rekordtiefs gefallen sind. Im Gegenzug werden regelmäßig die Renditen der Anleihen der angeschlagenen Peripherieländer in die Höhe getrieben, was die Refinanzierung der betreffenden Staaten erheblich erschwert. Um dem Einhalt zu gebieten, kaufte die EZB in den letzten Wochen massiv spanische und italienische Anleihen auf. Sie provoziert damit viel Kritik, da sie sich damit von ihren ureigensten Aufgaben abwendet – freilich gibt es aber kurzfristig kaum brauchbare Alternativen, um die maßgeblichen Renditen im Zaum zu halten.
Ein Ausdruck der rapide gewachsenen Risikoaversion vieler Marktteilnehmer ist auch der in den letzten Monaten abermals stark gestiegene Goldpreis. Kurzfristige Preisrückschläge in einer Spanne von 10 bis 15 % sind hier aber jederzeit möglich und würden nichts am langfristigen Aufwärtstrend ändern.
Solange keine langfristig tragfähige Lösung für die Staatsschuldenproblematik – kurzfristig insbesondere in Griechenland – gefunden wird und der konjunkturelle Datenkranz weiterhin verstärkt auf eine Rezession in Europa und den USA hindeutet, dürfte der Abwärtsdruck an den globalen Finanzmärkten in den nächsten Wochen unter intensiven Schwankungen anhalten – kurzfristige Erholungsphasen eingeschlossen.
Umso wichtiger sind in diesem Marktumfeld ein konsequentes Risikomanagement und eine angemessene Portfolio-Diversifikation.
Diesem Credo ist die quirin bank Multi-Asset-Vermögensverwaltung auch in dieser historischen Krise gefolgt und hat sich beizeiten und weitgehend von ihren Aktienbeständen getrennt. Dies war die Grundvoraussetzung dafür, dass sich die entsprechenden Vermögensverwaltungsdepots in diesem bis dato sehr herausfordernden Jahr vergleichsweise stabil entwickelt haben.
Eine klare Neupositionierung im Aktienmarkt fällt in der aktuellen Gemengelage nach wie vor schwer. Es ist durchaus vorstellbar, dass sich die Vermögensverwaltung aufgrund dieser Tatsache für eine gewisse Zeit „an der Seitenlinie aufhält“.
Stetige positive Wertbeiträge im Rahmen der Multi-Asset-Vermögensverwaltung sind aber – trotz des Krisenszenarios – weiterhin aus diversen Anleihebeständen und aus verschiedenen alternativen Investments zu erwarten. Wir halten an unserem Ziel fest, in diesem Jahr – allen Marktwidrigkeiten zum Trotz – eine positive Rendite zu erzielen.